Arzt

Historische Berufe

Stab des Aesculap
Auch Medicus Physicus.

Seit dem 14. Jahrhundert wirkten die medizinischen Künste getrennt. Wissenschaftlich ausgebildeten Ärzte (Internisten) waren neben den handwerklich ausgebildeten Wundärzten (Externisten) Bader und Apothekern tätig.

Medizinstudenten traten im Alter von etwa 14 Jahren in die Fakultät ein. Nach 2 Jahren Unterricht in Logik, Philosophie und Rhetorik folgten 2 Jahre Befassung mit Arithmetik, Astronomie und Geometrie. Daran anschließend begann das medizinische Studium. Weitere 2 bis 3 Jahre brauchte es, die Würde eines Baccalareus zu erwerben, um dann Arzneimittellehre zu belegen und mit der praktischen Behandlung von Krankheiten zu beginnen. Nach weiteren 2 Jahren erlangte er nach Ablegung eines Examens sein Lizensiat. Zur Erlangung der Magisterwürde (Doktor) war noch eine feierliche Disputation zu überstehen. Die Zulassung zur Prüfung erfolgte jedoch nur, wenn eheliche Geburt, unbescholtener Lebenswandel und ein gesunder Körperbau nachgewiesen werden konnten. Bei Bedarf mußte der junge Doktor Studenten kostenlos unterrichten und konnte nach einjähriger Gehilfenzeit bei einem anderen Arzt eine eigene Praxis eröffnen.

Einfache Bürger konnten die in Gebührenordnungen festgelegten Honorare kaum bezahlen. Um 1700 kostete ein Hausbesuch etwa 5 Wochenlöhne einer Köchin oder 6 Wochenlöhne einer Magd. So hofften die Absolventen auf eine Anstellung als Lehrer einer Hochschule, als Leibarzt eines Fürsten oder als Physicus (Stadtarzt).

Der Autor ist - so wie etwa 8 Prozent der männlichen Bevölkerung - von einer Störung des Farbsehvermögens betroffen. Ein erster Test kann Anhaltspunkte liefern, aber nicht den Gang zum Arzt ersetzen.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer