Bader

Historische Berufe

Auch Badener Badstöver Balbierer Balneator Barbier Bartscherer Bedder Chirurg Lesser (der zur Ader läßt) Scherer Stupenator. In den Streitkräften Feldscher.

Kastenbad Sitzbad um 1700
Kastenbad und Sitzbad um 1700
Bader waren seit dem 14. Jahrhundert in Zünften zusammengeschlossen. In Sädten und auf dem Land gab es öffentliche Badestuben. Zur Vorbeugung gegen Aussatz und wegen der Hygiene trafen sich Männer und Frauen zu gemeinsamen Wannen- und Dampfbädern.

Der Feldscherer versorgte die Soldaten, rasierte und schnitt die Haare. Er erhielt seine Ausbildung wie ein Bader. Und dieser wusch seinen Gästen den Kopf, schnitt und kämmte die Haare, führte Rasuren und kleine chirugische Eingriffe aus. Häufig wurden die Badegäste mit Speisen und Getränken bewirtet und durch Musikanten unterhalten.

Wegen der häufig angeprangerten Sittenlosigkeit in den Badestuben, verbunden mit der Ansteckungsgefahr durch Syphilis und andere Krankheiten, verlor das Badewesen im 16. Jahrhundert an Bedeutung, und kam im 18. Jahrhundert außer Gebrauch. Unsere Flußbadeanstalt ist für Sie geöffnet.

Die Zahl der Badestuben war beschränkt. Baderknechte, die nicht als Pächter zugelassen wurden, machten sich als Barbiere selbständig, um sich als Chirurgen zu betätigen. Zu den fahrenden Wundärzten gehörte auch der berühmte Johann Andreas Eisenbarth (1663 - 1727).

Die Ausbildung dauerte etwa 8 Jahre. 3 Jahre Lehrling, Geselle, und anschließend konnte die Meisterprüfung vor einer Chirurgenkommission abgelegt werden.

In Preußen konnte ein Chirurg nur dann approbiert werden, wenn er einen Lehrbrief vorgelegt und mindestens 7 Jahre bei einem Meister, auch als Feldscherer bei der Truppe, gedient hatte und nach einem Operationskurs von dem »Ober-Collegio Medico« geprüft wurde.

Seit dem 18. Jahrhundert erfolgte die Einteilung der handwerklich ausgebildeten Chirurgen in 3 Klassen von Wundärzten. Bruch- und Steinoperationen, Starstiche und Amputationen durften nur von den Wundärzten I. Klasse ausgeführt werden.

Aus dem Stand der Bader und Barbiere entwickelten sich Spezialisten, die häufig durch Umherziehen ihre Praxis ausübten: Okulisten (Augenärzte) und Chiropraktiker (Knochenärzte), Bruch- und Steinschneider. Perückenmacher haben sich seit dem 19. Jahrhundert als Damenfriseure betätigt, und Barbiere ließen sich zunehmend als Herrenfriseure nieder.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer