Bäcker

Historische Berufe

Thüringer Backstube (1874)
Thüringer Backstube (1874)
Auch Weißbäcker Falder Semmler (Weißbrot- und Kuchenbäcker) Fastbäcker Grobbäcker Rockener Schwarzbäcker (Bäcker von Roggenbrot) Hiepenbäcker (Bäcker von Oblatenkuchen) Kiechler Küchler Lebzelter Losbäcker Pfister Placzbeck (Hersteller von Kuchen und Feingebäck) Revenirer (Zuckerbäcker).

Auf dem Lande wurde das Brot von den Bauern gemeinsam an festgelegten Tagen im Gemeindeofen gebacken. Die Reihenfolge wurde durch das Los bestimmt.

Die Einwohner der Städte mußten mit diesem Nahrungsmittel durch die Bäcker versorgt werden. Qualität und Gewicht wurde vom Magistrat überwacht, der Brotpreis wurde durch Taxen festgelegt. Zur Existenzsicherung wurde die Zahl der Backstellen begrenzt.

Lehrjungen wurden 2 Jahre ausgebildet und mußten anschließend mindestens 2 Jahre auf Wanderschaft gehen. Diese Wanderzeit wurde den Söhnen von Bäckermeistern häufig geschenkt. Sie konnten die Gesellenzeit in der Backstube des Vaters absolvieren.

Mit dem Gesuch, sein Meisterstück abzulegen, mußte er einen untadeligen Lebenswandel und einen eigenen Backofen nachweisen. Erst dann erfolgte die Zulassung zur Prüfung. Dem Gesellen wurden 3 Backstellen vorgeschlagen, unter denen er 1 auswählen konnte. Sein Meisterstück wurde von den Zunftmeistern im Beisein eines Ratsmitgliedes beurteilt. Nach bestandener Prüfung wurde der neue Meister vereidigt und in die Zunft aufgenommen.

Im 15. Jahrhundert haben einige Bäcker damit begonnen, die künstlerische Seite ihres Handwerkes zu betonen. Der Konditor spezialisierte sich auf die Herstellung von süßem Brot, die Zubereitung von Speisen und das Einlegen von Früchten.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer