Buchdrucker

Historische Berufe

Buchpresse um 1900
Schriftgießer Schriftsetzer Verleger Buchdrucker (auch Presser) Buchhändler

Johannnes Gutenberg erfand um 1440 in Mainz bewegliche Drucklettern aus Metall. Seit dem waren Bücher leicht zu vervielfältigen, und konnten von jedermann zu erschwinglichen Preisen erworben werden. Bis dato waren Bücher als gebundene Pergamenthandschriften nahezu unbezahlbare Unikate.

Seit etwa 1390 stellten Papiermacher einen kostengünstigen Bedruckstoff zur Verfügung, der das teure Pergament verdrängte.

Durch veränderbare Wortzwischenräume wurden gleich lange Zeilen erzielt, und zu einer kompletten Druckseite zusammengefügt. Nach dem Druck wurden die Lettern in den Setzkasten zurückgelegt, um später wieder verwendet zu werden.

Ausgeliefert wurden meist nur die gefalzten Druckbögen. Der Käufer ließ diese beim Buchbinder individuell einbinden. Die Buchdruckermeister gehörten um 1500 noch den Zünften der Briefmaler, Formschneider oder Goldschmiede an, bis 1595 in Leipzig die erste Buchdruckerzunft in's Leben gerufen wurde.

Am Ende des 16. Jahrhunderts entstanden kaufmännisch geführte Verlage. Der Verleger mußte Autoren, Bildkünstler, Papierlieferanten, Buchdrucker und Buchbinder bezahlen, bevor ein einziges Buch verkauft wurde. Der Absatz eines Titels mußte eingeschätzt, und dem entsprechend Auflage und Verkaufspreis festgelegt werden. Auch wurden zu dieser Zeit die ersten »Buchführer« (Buchhändler) tätig.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer