Curtzenwerter

Historische Berufe

Zunftzeichen
Auch Bundmacher Buntfütterer Grauwerker Kirschner Kürschner Körtzner Korssenmeister Kürsner Kursener Neyer Pelzer Pilser Pölter Wildwerker.

Der Kürschner hat seinen Namen vom althochdeutschen Wort »kursinna« (Pelzrock). Er verarbeitete rohe Felle zu Pelzen (Rauh- oder Rauchwerk). Die Felle wurden vor der Verarbeitung gegerbt (das Haarkleid mußte erhalten bleiben), gefärbt (geblendet) und wasserundurchlässig gemacht (Gerber). Bei der Verarbeitung wurden spezielle Zuschneidemesser, Nähhaken und Fingerhüte benutzt.

In Kleiderordnungen war festgelegt, welche Pelze die einzelnen Stände tragen durften. Der Pelz wurde mit der Haarseite nach innen getragen, auch stellten Kürschner Pelzmützen und Handschuhe her. Zur Verarbeitung gelangten Felle von Bär, Dachs, Fuchs, Hamster, Hermelin, Iltis, Kaninchen, Lamm, Luchs, Otter, Schaf, Wolf und Zobel.

Durch den Umgang mit toten Tieren und die Geruchsbelästigung bei der Fellzubereitung durften sich Kürschner nur am Rande der Städte in speziellen Kürschnerhäusern niederlassen. Andererseits gehörten sie als wohlhabende Händler zu den angesehenen Mitgliedern des Stadtrates.

Auf den Märkten in Leipzig, Frankfurt am Main und Braunschweig wurden Rauchwaren gehandelt. Über Breslau wurden Böhmische, Polnische und Russische Pelze importiert. Nordische gelangten über Danzig, und Amerikanische über Hamburg nach Deutschland.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer