Formschneider

Historische Berufe

Martin Luther - Holzstich von Lukas Cranach dÄ
Aus dem Stand der Briefmaler und Illuministen gingen die Holzschneider Kupferstecher und Radierer hervor.

Das Holzschneiden war bereits im 7. und 8. Jahrhundert in China und Japan bekannt, und kam in der Mitte des 14. Jahrhunderts nach Europa. Mit dem geschnittenen Druckstock wurden Spielkarten und illustrierte Bücher hergestellt. Das Ausmalen erfolgte durch die Briefmaler.

Im 17. Jahrhundert wurde in Süddeutschland begonnen, auf polierten Kupferplatten Zeichnungen aufzubrigen, und diese mit dem Grabstichel einzuarbeiten. Die entstandenen Vertiefungen wurden mit Druckerschwärze eingerieben, und Abzüge hergestellt. Nach etwa 200 ausgezeichneten Abzügen kann die Druckplatte noch für etwa 600 gute Kopien verwendet werden. So wurde ab 1819 diese Technik durch den Stahlstich verdrängt.

Einige Künstler (Reißer) bevorzugten die Radiertechnik. Dabei wird die Metallplatte mit einem säurefesten Überzug versehen und die Zeichnung mit der Radiernadel herausgearbeitet. Durch ein Säurebad wird das freigelegte Metall vertieft, und wie beim Kupferstich Abzüge gedruckt.

Formschneider haben vielfältige Produkte hergestellt: Aus Holz Model für Töpfer (für Ofenkacheln) und Formen für Bäcker. Aus Metall Formen für den Zinnguß und Prägestempel, um Siegel anzufertigen oder Münzen herzustellen.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer