Fuhrmann

Historische Berufe

Auch Kärrner (von Karren abgeleitet) Kerner Frächter Postkutscher

Viele Jahrhunderte wurden Waren aller Art mit Pferde- und Ochsengespannen transportiert.

Unser kurzer Film wurde auf einem Trödelmarkt gefunden. Er zeigt altertümlich wirkende Fuhrwerke, die um das Jahr 1910 irgendwo in Böhmen zur Auslieferung von Waren aller Art benutzt worden sind.

Straßen und Wege waren meist unbefestigt. Schon eine Meile nach der Abfahrt neigte sich die Kutsche erst auf die eine und bald auf die andere Seite. Besonders Regen und Schnee haben Zugtiere und Gefährte bis an die Grenzen der Zumutbarkeit belastet. Manchmal wollten die Pferde nicht mehr weiter. Solche Strapazen erzwangen immer öfter Pausen, oder machten einen Austausch erforderlich.

In der Anfangszeit der Postfahrten verkehrten offene Leiterwagen auch auf langen Strecken. Ab etwa 1750 wurden die besseren Wagen mit Lederdächern ausgestattet. Aber das bot gegen die Widrigkeiten des Wetters nicht immer ausreichenden Schutz. Und an heißen Sommertagen war's unter dem engen Zeltdach nicht zum Aushalten.

Zu den steten Qualen der Reisenden und Fuhrleute kam die Gefahr der Rauberey. Paß-, Polizei- und Grenzbehörden forderten diverse Abgaben ein. So wurden als Folge all dieser Umstände, Grobheiten und der Angst vor schlechten Herbergen wohl nur die allernotwendigsten Reisen unternommen.

Der Pferdner dagegen war nicht immer freiwillig unterwegs: Als Bauer ohne eigenes Land hatte er die Verpflichtung, seinem Lehnsherren oder dem Amt Fahrdienste mit seinem Gespann zu leisten.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer