Historische Berufe: Glaser

Glaser

Historische Berufe

Glasbläser
Auch Glasmaler Gläßner Gleser Glasewerter und Spiegler.

Von den Ägyptern ist bekannt, daß bereits um das Jahr 3500 vor Christus Glas hergestellt wurde. Dieses Wissen blieb erhalten, jedoch erfolgten bis in's Mittelalter Glasproduktion und Glasmalerei nur in Klosterwerkstätten.

Im 14. Jahrhundert ging diese Arbeit allmählich auf bürgerliche Handwerksbetriebe über. Die wenigen Glaser bildeten vorerst keine eigenen Zünfte, sondern waren mit den Malern, Goldschlagern und Goldschmieden vereinigt.

Als Ergebnis dieser bis in's 16. Jahrhundert erhalten gebliebenen Bindung zwischen Bleiglasern und Malern entstanden die sogenannten »Lukasbruderschaften«.

Das grünliche Glas wurde bei der Flachglasherstellung durch die Zugabe von Arsen oder Braunstein zur Schmelze entfärbt. Mit der Glasmacherpfeife wurde eine große Kugel geblasen, geöffnet und durch die Zentrifugalkraft in eine runde Scheibe umgeformt. Aus dieser Scheibe wurden dann »Monde« geschnitten (Halb- und Viertelkreise), die in den Handel kamen. Beim Streckglasverfahren wurden Zylinder geblasen, aufgeschnitten und plan gewalzt.

Glasfenster, St. Maria Geburt zu Hennersdorf (Gabel)
Glasfenster, St. Maria Geburt zu Hennersdorf (Gabel)
Die bekannten Butzenscheiben wurden dagegen aus einem kleinen Glaskölbel hergestellt. Der Aufbau des Fensters erfolgte in einem Holzrahmen aus einzelnen Scheiben, die in Blei gefaßt wurden. Die Bleiruten verband der Glaser mit einem Lötkolben, das warme Glas wurde mit dem Kröseleisen getrennt, und das Blei mit dem Hammer geformt.

Die Gläser wurden vom Glasschleifer oder Glasschneider mit feinem Sand geschliffen, und anschließend mit Zinnasche poliert. Einige spezialisierten sich auf optische Gläser, so zum Beispiel die Brillenmacher, oder gravierten mit einem rotierenden Steinrad kunstvoll die Oberfläche.

Der Spiegler belegte das Glas mit flüssigem Blei. Als um 1500 in Venedig die Verspiegelung mit Quecksilber aufkam, verbesserten sich die optischen Eigenschaften erheblich. Jedoch waren beide Verfahren durch den Kontakt mit giftigen Dämpfen gesundheitlich gefährdend.

Mit dem Aufkommen des gotischen Baustiles begann auch die Glasmalerei. Wegen der hohen Fenster sollte das im Überfluß einfallende Licht gedämpft werden. Also begann im 15. Jahrhundert die Gestaltung der Fenster in Kirchen, öffentlichen Bauten und Privathäusern mit biblischen und geschichtlichen Darstellungen, Wappen und Emblemen.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer