Gold- und Silberschlager

Historische Berufe

Zunftzeichen
Auch Goldschläger Silberschläger.

Augsburg, Berlin, Dresden, Nürnberg, Prag und Wien galten als die Zentren der Gold- und Silberschlagerei. Die Lehrzeit dauerte 5 bis 7 Jahre. Lehrlinge und Gesellen wurden nach der Zahl der geschlagenen Formen entlohnt.

Blattgold fand in vielen Bereichen Verwendung: Goldspinnerinnen umwoben damit den Grundfaden. Schwertfeger und Schleifer benutzten »Doppelgold« zum Feuervergolden. Maler und Bildhauer benötigten Feingold. Buchbinder benutzten mit Silber versetztes »Franzgold« zum Vergolden. Glaser vergoldeten das Fensterblei. Apotheker vergoldeten ihre Pillen. Abnehmer fanden sich bei den Gürtlern, Büchsenmachern, Schlossern, Schreinern und Schmieden.

Nach dem Schmelzen und Legieren wurde das Rohmetall in Formen (Zaine) gegossen und durch Auswalzen und Glühen in Papierdicke geschnitten. Dananch begann das Schlagen, wobei 150 Goldplatten zwischen die Blätter der Quetsche gelegt und mit dem Schlaghammer bearbeitet wurden. Dies wurde in der Lotform wiederholt, wobei 2400 Blätter entstanden. Nun erfolgte die Bearbeitung in der Dünnschlagform, und schließlich wurde das fertige Produkt in Papierbücher eingelegt und vertrieben. Die handwerkliche Arbeit wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch mechanische Walzwerke abgelöst.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer