Hebamme

Historische Berufe

Zunftzeichen
Auch Wehemutter Weißfrau.

Die Hebamme ist die wichtigste Person bei Hausgeburten. Sie war den Pfarrern unterstellt und für den Bereich eines Kirchspieles zuständig. Sie mußte verheiratet sein, und bei einer erfahrenen Hebamme in die Lehre gegangen sein, brauchte aber keine Prüfung abzulegen.

Neben der Geburtshilfe hatte die Hebamme Auskünfte über die Eltern einzuholen. Uneheliche Geburten mußten ebenso wie der Verdacht auf Kindestötung angezeigt werden. Bei Verhinderung des Pfarrers waren auch geistliche Dienste, wie zum beispiel Nottaufen, zu leisten.

Während des 18. Jahrhunderts konnten Wundärzte nach zusätzlicher Ausbildung als Geburtshelfer approbiert werden. Sie machten sich das bisher den Frauen vorbehaltene Gebiet zu eigen und entwickelten chirurgische und geburtshilfliche Techniken. Auch heute verzichten Ärzte nicht auf die Hilfe erfahrener Hebammen.

Die Afterhebamme wird erst nach der Geburt des Kindes tätig. Sie kümmert sich um die Mutter und das Neugeborene, bis sie nicht mehr benötigt wird. Heute entspricht diese Arbeit der einer Säuglingsschwester.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer