Koch

Historische Berufe

Koch und Köchin, Holzschnitt nach Jost Amman
Im Bürgerhaushalt des Mittelalters war die Hausfrau für das leibliche Wohl der Familie zuständig. In den Klöstern stand der Bruder Koch der Küche vor. Nur kirchliche und weltliche Fürsten konnten sich einen Koch, Küchenknechte und Mägde leisten. Auf Märkten versorgten Garköche die Besucher.

Gebraten und gekocht wurde auf dem offenen Feuer, auf dem Rost mit Spießen. Auch wurden eiserne Pfannen und Kessel benutzt.

Auf dem Speiseplan finden wir Haustiere, Geflügel und Wild (auch Bär, Biber, Dachs, Igel und Otter), viele Arten von Fisch, Eierspeisen und Pilze, Gemüsebrei, Obst, Käse und Honig. Dazu gab es Brot, Butter oder Schmalz. Salz und heimische Kräutern wurden zum Würzen benutzt. Als Getränke dienten vor allem Bier, Branntwein, Met und Wein.

Auf der Tafel fanden nur Messer Verwendung, gegessen wurde mit den Fingern. Löffel und Gabel kamen erst im 16. Jahrhundert in Gebrauch. Gemüse wurde als »Mus« bereitet, und wie Suppen oder Saucen mit Brot oder Fladen aufgetunkt. Der Fürschneider tranchierte Fleisch (Geflügel, Ochsen, Schwein, Wild) portionsgerecht für den Teller. Mundschenk und Kellermeister waren für die Getränke zuständig. Ein herrschaftliches Menü bestand aus bis zu 20 Gängen.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer