Lehrer

Historische Berufe

Schulbank mit Front und Klappsitzen (um 1800)
Für die Ausbildung der Pfarrer entstanden im Mittelalter Klosterschulen, später Domschulen und Stifte.

Im 13. Jahrhundert wurden die ersten Rats- und Stadtschulen gegründet. Dort erfolgte die Vorbereitung begabter Knaben als Diener für geistliche und weltliche Dienste. Als Lehrer wirkten hauptsächlich Geistliche. Einige gute Schüler wurden zu weltlichen Lehrern herangebildet, die seit dem 14. Jahrhundert in sogenannten »Klippschulen« Kinder im Lesen und Schreiben unterwiesen. (Schrift) Bis zum 19. Jahrhundert lag die Aufsicht über das Schulwesen und die Anstellung der Lehrer bei den Kirchen, sie wurde von den örtlichen Geistlichen ausgeübt.

Auf Initiative von Pfarrern wurden die ersten Landschulen im 17. Jahrhundert gegründet. Meist hielten die Geistlichen den Unterricht im Pfarrhaus. Später übernahmen ihre besten Schüler die Aufgabe des Lehrers. Der Unterricht wurde vom Pfarrhaus in das Gemeindehaus verlegt. Jedes Kind mußte im Winter täglich ein Holzscheit zur Heizung der Schulstube mitbringen. Das geringe Gehalt des Lehrers reichte nicht aus, um eine eigene Familie zu gründen. Oft haben die Pfarrer ein kleines Zusatzeinkommen als Küster und Glöckner ermöglicht. Bei Eignung wurde auch das Amt des Organisten übertragen, sofern ein Instrument vorhanden war.

Schultafel (um 1800)
Schulrechner (um 1800)
Seit 1807 erhielten preußische Volksschullehrer vereinzelt eine Ausbildung an staatlichen Lehrerseminaren. 1896 bestanden im Deutschen Reich etwa 200 solcher Seminare, und die Schulaufsicht ging in diesem Jahr von der Kirche auf den Staat über. Die allgemeine Schulpflicht wurde eingeführt, und die Ausbildung der Lehrer einheitlich gereglt. Der angehende Lehrer mußte 2 bis 3 Jahre eine sogenannte Präparandenschule und im Anschluß 3 Jahre ein Lehrerseminar besuchen. Erst dann konte er sich auf eine freiwerdende Stelle bewerben. Alle Bürger waren verpflichtet, ihre Kinder vom sechsten bis zum vierzehnten Lebensjahr auf eine öffentliche Schule zu schicken.

Im alten Österreich vor 1918 gab es »Realschulen« und »Gymnasien« nur in den größeren Städten. Außerhalb dieser Städte gab es »Bürgerschulen« (häufig in den Märkten und manchmal in Dörfern mit rührigem Gemeindevorstand) und sechs- bis achtklassige »Volksschulen«. So können wir die Bürgerschulen als Vorläufer der heutigen Hauptschule betrachten.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer