Maurer

Historische Berufe

Stadthaus (Stralsund)
Alle am Bau der Kirchen beteiligten Handwerker waren in mittelelterlichen Bauhütten vereinigt, bis die Entwicklung von Spezialberufen einsetzte: Baumeister, Steinmetz und Zimmerleute. Im 14. Jahrhundert trennten sich Maurer und Steinmetze. In den Städten setzte sich mehr und mehr der Bau von Bürgerhäusern aus Hausteinen durch. Später kam in Küstengebieten der Einsatz der Ziegler in Gebrauch.

Portal Uni Greifswald, Klinker, um 1900
Ursprünglich wurde nur das Erdgeschoß, später auch die erste Etage aus Stein gemauert. Die oberen Stockwerke wurden als Fachwerk von Zimmerleuten errichtet. Einst gehörten auch Dachdecken und Tünchen zu den Aufgaben des Maurers, bis Dachdecker und Maler selbständige Zünfte bildeten. Anspruchsvolle Gipsarbeiten wurden seit dem 17. Jahrhundert von Stukkateuren, vor allem aus Italien und Tirol, ausgeführt.

Fenster eines Hörsales, Greifswald, Klinker, um 1900
Von Dezember bis Januar gab es kaum Arbeit und Lohn, in den Monaten Februar, März, Oktober und November mäßige Aufträge und Einkommen. Die meiste Arbeit und vollen Lohn gab es von April bis Oktober. Im Sommer begann die Arbeit um 4 Uhr morgens, und endete abends gegen 18 Uhr. Die Meister hatten mehrere Lehrlinge, Gesellen und zahlreiche Hilfskräfte als Tagelöhner oder Handlanger: Kalklöscher, Mörtelrührer, Sandschipper, Steinschlepper, Wasserträger, Windeknechte. Die Lehrlinge wohnten im Gegensatz zu anderen Handwerken nicht bei ihrem Meister, wegen der großen Zahl von Beschäftigten mußte anderweitig eine Unterkunft gesucht werden. Von den Zünften wurden Beschränkungen erlassen, und so blieb das Meisterrecht meist den Meistersöhnen vorbehalten.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer