Maurer

Historische Berufe

Zunftzeichen
Auch Fleischer Fleischhacker Fleischhauer Knochenhauer Metzeler Schlachter Wurstler.

Anfangs betrug die Lehrzeit 2 bis 3 Jahre, wurde später auf 4 bis 5 Jahre verlängert. Die Wanderzeit für Gesellen entfiel, da sich der Nachwuchs nur noch aus den Reihen der Meistersöhne rekrutierte. Als Meisterstück mußte ein Kalb, Rind, Schaf oder Schwein geschlachtet und fachgerecht zerlegt werden. Der Geselle mußte das Fleisch auf seinen Zustand prüfen und das Gewicht richtig einschätzen.

Das Schlachtvieh wurde beim Bauer in der Nähe, oder auf städtischen Viehmärkten, gekauft. Bereits im 14. Jahrhundert war in manchen Regionen die Nachfrage größer als das Angebot, und so wurde in Dänemark und Osteuropa Fleisch zugekauft. Die auf den langen Wegen erschöpften Tiere wurden vor der Stadt auf zunfteigenen Weideflächen wieder aufgemästet, und erst dann geschlachtet. Später übernahmen die Viehhändler den Transport und Verkauf der Tiere. Manche Aufgaben im Schlachthaus wurden von Spezialisten übernommen: Füßler, Kütter und Wämsler. Zum Wurstmachen wurden auch Frauen herangezogen.

Die Tierhäute wurden an benachbarte Gerber, die Hörner an Kammacher und Knopfmacher verkauft. Talg wurde an die Seifensieder zur Kerzenherstellung geliefert. Beim Schlachten von Ochsen entfiel etwa 25% des Erlöses auf den Verkauf von Häuten, Horn, Innereien und Talg.

Neben den frischen Fleisch- und Wurstwaren wurde auch mit gepökeltem oder geräuchertem Speck und Dörrfleisch sowie mit Kerzen aus eigener Produktion gehandelt.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer