Müller

Historische Berufe

Buschbrettmühle Schadewald
Buschbrettmühle Schadewald (E.Lux)
Auch Müllner (Getreide), Brettmüller und Sägemüller (Holz).

Kleine Hand- und Tretmühlen wurden durch menschliche Kraft mittels Kurbel oder Tretrad angetrieben. Esel, Ochsen oder Pferde haben Tiermühlen oder Göpel in Gang gehalten. Bei den Wassermühlen unterschied man in »oberschlächtige« und »unterschlächtige«, je nach Zuführung des Wasser: Von oben auf das Mühlrad, oder von unten durch die Fließkraft. Zu dieser Gruppe gehörten auch die Schiffsmühlen, die im Fluß verankert werden konnten.

Im Norden und Westen Europas kamen im 12. Jahrhundert Windmühlen auf. Bei diesen wurde entweder das ganze Mühlengehäuse (Bockwindmühle) oder nur das Dach mit den Flügeln (Holländermühle) in den Wind gedreht.

Immer wurde das Korn auf einer Bodenplatte durch einen Reibstein gemahlen. Beide Steine sind mit Furchen versehen, wodurch die Körner vermahlen und nach außen transportiert werden. Beim Sieben und Sichten werden Mehl und Kleie getrennt. Feineres Mehl wird durch mehrmaliges Mahlen erzielt.
Der Müller, 1568 Holzschnitt von Jost Amman
Der Müller (1568)
Holzschnitt von Jost Amman
Die Unterscheidung der Mühlen erfolgte nach den 3 Mehlarten: Fein, Mittel- und Nachmehl.

Landes- und Grundherren entschieden im Mittelalter über Mühlenbauten. Die Müller wurden meist in Erbpacht eingesetzt.

Bis zur Aufhebung des Mühlenzwanges waren die Bauern verpflichtet, ihr Korn in den »Bannmühlen« der Umgebung mahlen zu lassen. Die Abgaben wurden in Form von Mehl an den Eigentümer und Müller entrichtet.

Die Ausbildung dauerte seit dem 13. Jahrhundert 2 bis 3 Jahre. Die Gesellenzeit mit Wanderzwang war ebenso lang. Wegen der Begrenzung der Mühlenzahl übernahmen meist Meistersöhne die Mühle. Manche Gesellen blieben ein Leben lang Knecht. Seine Aufgabe als erster »Knappe« (Bescheider) bestand darin, das »gehende Zeug« in Ordnung zu halten, und das Mahlgut ordnungsgemäß anzunehmen und auszugeben.

Es war Aufgabe des Müllers, die Mühle sauber und gangbar zu halten, Mühlsteine nachzuschärfen, und nötige Reparaturen auszuführen. Das erforderte technische Kenntnisse, und handwerkliche Fähigkeiten als Zimmermann. Auch war es dem Müller gestattet, Schweine mit der anfallenden Kleie zu mästen.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer