Posamentierer

Historische Berufe

Zunftzeichen
Auch Bandwirker Borduirwirker Bortenmacher Brämelmacher Breisler Briser Litzenmacher Pasementenmacher Portenmacher Posamentenmacher Preßwerker Schnürmacher Stolenmacher.

Posamentierer sind aus dem Handwerk der Weber entstanden. Sie waren als Stuhl- oder Handarbeiter tätig und produzierten neben kunstvollem Besatz (Posamenten) für geistliche Gewänder auch Gürtel aus Schnüren, Säbelgehänge für Uniformen, Kniegürtel, Gängelbänder sowie Quasten und Schleifen. Die barocke Mode förderte den Absatz der Bänder, Borten, Schnüre, Tressen und Knöpfe.

Nach der etwa zweijährigen Lehrzeit hatten die Gesellen auf ihrer Wanderschaft Anspruch auf den Zehrpfennig. Das Fadenmaterial wurde auf Spulen gewickelt, Borten wurden auf einem dem Webstuhl ähnlichen Posamentierstuhl gefertigt. Mit einem kleinen Drehrad, ähnlich der Arbeit der Seiler, erfolgte die Verbindung von Seidenfäden, Haaren von Roß oder Ziege, und Wolle zu einem vierfachen Faden (der Kortel).

Seit dem 17. Jahrhundert konnten auf der aus Holland kommenden Bandmühle mehrere Bänder gleichzeitig hergestellt werden. 1820 wurde der mit Lochkarten gesteuerte Jacquard-Webstuhl eingeführt, dessen Antrieb ab 1850 mit Dampf und später elektrisch zur Verdrängung des Handwerkes durch die Industrie führte.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer