Richter

Historische Berufe

Altes Streithaus Neustadt an der Tafelfichte
 Lithographie von E. Lux
Bei den Landsknechten auch Profoß genannt. Das Hof- und Vogteirecht, bei dem es um Leben und Tod ging, war mit Hofgeschworenen (Hyen) besetzt, und hat im späteren Stapelgericht in Gestalt des Schultheiß fortbestanden.

Der Landesherr berief einen Richter als Vorsitzenden des Gerichtes, der meist aus einem Ministerialiengeschlecht (niederer Adel) stammte.

Für seine Dienste wurde der Richter mit Gütern und Besitzungen belehnt, die von allen Abgaben befreit waren. Auch standen ihm die Hinterlassenschaften von Selbstmördern zu, und das Räubern abgenommene Diebesgut, wenn die rechtmäßigen Eigentümer sich nicht innerhalb von 6 Wochen gemeldet hatten.

Der Gerichtsbeamte verliest einen Steckbrief.
 Stich aus dem Jahre 1883
Dem Richter (lateinisch Judex) standen Büttel, Gerichtsschreiber (Aktuar) und Schöffen (Arbiter) zur Seite.

Der Buettel führte den Angeklagten vor die Schranken des Gerichtes. Nach der Vernehmung wurden die Zeugen gehört, der Procurator trug seine Verteidigung vor, und die Schöffen fällten ihr Urteil. Wenn der Angeklagte für schuldig befunden wurde, verkündete der Richter das Strafmaß, brach den Stab als Zeichen seiner Vollmacht über den Verurteilten und übergab jenen dem Büttel oder Scharfrichter.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer