Sänger

Historische Berufe

Zunftzeichen
Auch Minnesänger Meistersänger Opernsänger Volkssänger.

Die Ausbildung von Knaben zum Chorsänger erfolgte schon im 5. Jahrhundert an den Schulen von Kirchen und Fürstenhöfen. Im 12. Jahrhundert begannen die dem Ritterstand angehörenden Minnesänger von Hof zu Hof zu ziehen. Sie haben Lieder vorgetragen, die von Liebe, ritterlichem Heldenmut und Tugend handelten. Die Begleitung erfolgte auf Drehleier, Fiedel, Harfe oder Laute.

Im Rahmen der höfischen Bildung wurde den Ritterssöhnen durch ihre Erzieher, also Pfarrer und Musikanten, die Kunst des Gesanges vermittelt.

Der Meistergesang wurde vom 14. bis 17. Jahrhundert ausschließlich in Handwerkerkreisen gepflegt. Es handelte sich um pedantische Bräuche mit genauen Singregeln.

Seit dem 15. Jahrhundert zogen Sänger und Musikantengruppen durch das Land und unterhielten das Volk mit einfachen Liedern und Balladen. Die gängigsten Weisen wurdenschnell zu »Volksliedern«, die jeder singen konnte.

1627 wurde erstmals in Torgau eine Oper nach italienischem Vorbild aufgeführt. Das erste Opernhaus wurde 1678 in Hamburg gegründet. Anfang wurden die hohen Stimmen von Knaben gesungen. Um 1750 verschwanden die »Kastraten« von der Bühne, und das Publikum feierte bis in die 2. Hälfte des !8. Jahrhundert seine »Primadonnen«.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer