Schlosser Kleinschmied

Historische Berufe

Schlüssel um 1900
Portal 1900 Entwurf und Anfertigung:
 Schlosserei M. Lindner, Posen
Die Arbeit der Schlosser war ursprünglich bei den Schmieden als Metallverarbeiter angesiedelt. Seit dem 14 Jahrhundert bildeten sie eigene Zünfte mit strengen Bedingungen für eine Aufnahme:
Abstammung von redlichen Eltern, ledig und unbescholten. Die Lehre dauerte 2 bis 6 Jahre, bevor die Freisprechung erfolgte. Es war eine ebenso lange Wanderzeit vor der Bewerbung um das Meisterrecht gefordert. Als Meisterstück wurde die Anfertigung eines oder mehrerer Schlösser gefordert. Die Arbeitszeit betrug bis zu 18 Stunden täglich. Lehrlinge und Gesellen lebten im Hause des Meisters.

Als Produkte der sogenannten »Kleinschmiede« finden sich: Tür-, Vorhänge-, Truhen- und Kassettenschlösser, Schlüssel, Beschläge und Türbänder, Türgiffe und Türklopfer. Rotglühende Werkstücke wurden mit dem Hammer auf dem Amboß geschmiedet. Bleche wurden mit dem Hammer oder im Gesenk getrieben. Beim Punzieren und Ziselieren wurden Muster mit einem stempelförmigen Meißel eingeschlagen. Die einzelnen Werkstücke wurden durch Nieten oder Löten miteinander verbunden.

Esse, Amboß und Schraubstock gehörten zur Ausrüstung einer Schlosserwerkstatt. Hammer, Meißel, Zange, Feile, Bohrer und Stempel waren unabdingbare Werkzeuge. Als Meßinstrumente dienten Zirkel, Winkel, Schablonen und Zollstock.

Im 19. Jahrhundert verdrängten maschinell hergestellte Produkte die Handwerksarbeit. Nun zogen sich die Schlosser in die Bau- und Kunstschlosserei zurück.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer