Schornsteinfeger

Historische Berufe

gemauerte Esse um 1850
Auch Essenkehrer Hellefeger Kaminkehrer Kemmetfeger Kenderkehrer Kimmichkehrer Rauchfangkehrer Schlotfeger.

Die Reinigung der Schornsteine oblag den Hauseigentümern und war lange Zeit unreglementiert. Herrschaftliche Kamine wurden meist durch Heizer und Holzträger betrieben und gereinigt. In den Städten wurden Bader, Maurer oder Dachdecker mit dem Bau und der Reinigung von Öfen und Kaminen betraut.

Im 16. Jahrhundert kamen Kachelöfen aus Italien nach Deutschland, da sie als geschlossene Öfen sicherer waren als die bis dato üblichen offenen Feuerstellen. Auch erfolgte die Reinigung nicht mehr vom Dach aus, sondern von innen. Die Lehrbuben mußten im Knien die noch heißen Schornsteine reinigen. Am Ende des Jahrhunderts entstand der Beruf des Schornsteinfegers, als einige Städte begannen, feuerpolizeiliche Maßnahmen zu treffen. So finden wir eigene Zünfte seit 1664 in Wien, 1703 Berlin, 1709 Leipzig und seit 1710 in Dresden. Die Lehrzeit dauerte 4 bis 6 Jahre, und auf der Wanderschaft mußten Kratzeisen und Schlappschuhe außen sichtbar am Felleisen getragen werden. Der Schornsteinfeger galt als Glücksbringer, da er von Haus zu Haus ging, um das Kehrgeld zu erheben.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer