Schultheiß

Historische Berufe

Der Schulze (rechts, sitzend) bei der Ansicht des neuen Lehrers
Auch Schulte Schulze Scultetus.

Der Schultheiß war ursprünglich verpflichtet, die Gemeinde zur Leistung ihrer Schuld gegenüber dem Landesherren anzuhalten. Er übte das Amt des Richters aus, wobei ihm Geschworene zur Seite standen. Innerhalb der »hohen Gerichtsbarkeit« hatte er über Leben und Tod eines Angeklagten zu entscheiden.

Später war der Stadtschultheiß oder Dorfschulze nur noch mit der »niederen Gerichtsbarkeit« betraut. Hierbei waren die Nutzung von Feld und Wald sowie Probleme bezüglich des Zusammenlebens zu verhandeln.

Altes Rathaus Neustadt adT Lithographie von E. Lux
In der Stadt wurde der Vorsteher von den Einwohnern gewählt, mußte aber von der Obrigkeit bestätigt werden. Auf dem Land konnte das Amt innerhalb der Familie vererbt werden, und war oft mit dem Besitz eines »Schultengutes« oder »Schulzenlehens« verbunden. Heute entspricht die Funktion des Bürgermeisters dem alten Amt des Schultheiß.

Im späten Mittelalter war der Amtmann mit der Verwaltung eines größeren Amtes (Bezirk) beauftragt und hatte die Gerichtsbarkeit wahrzunehmen.

Auch der Vogt als Beamter und Hochrichter adeliger oder geistlicher Herrschaften hatte ähnliche hoheitliche Aufgaben für ein bestimmtes Territorium.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer