Schuster

Historische Berufe

einfacher Holzschuh um 1600
Auch Sauter Schuhmacher.

Für Flickschuster auch Altbuzer Altmacher Altreißer Altreuser Bletzer Reseler Schoworchen Schuhplätzer.

Bis in's 18. Jahrhundert gehörte die Herstellung von lohgarem Leder zur Arbeit des Schuhmachers. Zunftbriefe sind von 1128 aus Würzburg und 1158 aus Magdeburg bekannt.

Seit dem 16. Jahrhundert war nach 2 bis 3 Lehrjahren eine dreijährige Gesellenzeit mit Wanderschaft vorgeschrieben. Danach folgte eine Ersitzzeit bei 1 oder 2 Meistern, bis die Meisterprüfung abgelegt werden durfte.
In manchen Städten mußte Hausbesitz nachgewiesen werden.

In Breslau hatte jeder Meister Eigentum an der »Schumacherbänke«. Schmale Grundstücke verfügten über ein Haus mit einer Werkstatt im Erdgeschoß und kleinen Lagerräumen im Keller. Lehrlinge und Gesellen wohnten im Haus des Meisters.

Die Schuhherstellung erfolgte bis zum 18. Jahrhundert nahezu unverändert. Über einem »Leisten« (Modell für Schuhe oder Stiefel) wurde das zugeschnittene Leder mit dem Schusterhammer geschlagen. Zuvor wurde die Größe des Fußes abgenommen. So wie beim Sattler wurde das Leder in einen »Nähkloben« eingespannt, und nach dem Zusammennähen von Vorder- und Hinterteil wurde das Futter eingezogen und die Brandsohle angeheftet. Zum Schluß war noch der Absatz an der Sohle zu befestigen.

Um 1850 wurde die Nähmaschine eingeführt, etwa 1870 begann die Fabrikproduktion von Schuhen. Der Schuhmacher wurde zum Flickschuster, da immer mehr Käufer in Schuhgeschäfte abwanderten. Nur die orthopädische Schumacherei blieb nach 1930 als spezieller Berufszweig erhalten.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer