Seifensieder

Historische Berufe

Zunftzeichen
Das Handwerk bildete sich im Spätmittelalter heraus, und wurde ursprünglich als häusliche Tätigkeit ausgeübt. Wie die Häuser der Kerzenmacher lagen die Betriebe meist am Stadtrand. Seifensieder und Lichterzieher verschmolzen zu einem Berufsstand.

Seife als Luxusartikel wurde aus dem Mittelmeerraum importiert. Die heimischen Seifensieder stellten einfache Gebrauchsartikel her: Flüssige Schmierseife und feste Kernseife. Hierzu wurde Rindertalg mit Pottasche versetzt und mit Natronsalz gehörtet. Im häuslichen Bereich wurde Seife zur Körperreinigung und als Waschmittel benutzt, im Gewerbe fand sie als Walkmittel oder beim Bleichen Verwendung.

Es war mehr Talg vorhanden, als Seife verkauft werden konnte. So zogen die Seifensieder aus ihren Schmelzkesseln auch Talglichter und traten damit in Konkurrenz zu den Metzgern. Mit der Einführung von Gas und Elektrizität fand das Handwerk der Seifensieder und Lichterzieher sein Ende.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer