Siebmacher

Historische Berufe

Laufrad und Welle des Kranes, St. Nicolai zu Greifswald
Vor allem Kirchen und Klöster wurden aus Stein erbaut. Im 14. Jahrhundert erreichte das Steinmetzhandwerk seinen Höhepunkt. Damals erforderte die Wölbetechnik einen erfahrenen Baumeister und sein spezielles Fachwissen.

Würfelkapitell
Das Würfelkapitell dient der Aufnahme einer Last, die vom Gewölbe auf eine Säule übertragen wird.

Ein Kirchenbau dauerte viele Jahre oder Jahrzehnte. Planung, Organisation und Abrechnung, die Anstellung von Arbeitskräften und auch die Beschaffung des Baumaterials lag in den Händen der Bauhütten. Seit dem 14. Jahrhundert bestanden gemeinsame Zünfte, in denen auch die Maurer organisiert waren. Separate »Steinmetzbruderschaften« sind 1459 in Regensburg und 1462 in Torgau bekannt.

In der Bauhütte genügte die Fürsprache von 2 Meistern, um nach 5 Lehrjahren oder langjähriger Erfahrung Meister zu werden. In den Zünften konnte nach 3 Lehrjahren eine Meisterprüfung abgelegt werden. Auch mußte der Geselle seine Kenntnisse durch die Vorlage von Zeichnungen und Modellen nachweisen.

Die Versinnbildlichung der göttlichen Trinität führte dazu, daß der Dreipaß im filigranen Maßwerk der Gotik eine allgegenwärtige Rolle spielt.

Dreipaß
Dreipaß
Vierpaß
Vierpaß
Fünfpaß
Fünfpaß
Sechspaß
Sechspaß
Vielpaß
Vielpaß


Dreiblatt
Dreiblatt
Vierblatt
Vierblatt
Fünfblatt
Fünfblatt
Dreischenkel
Dreischenkel
Vorrangig wurde Sandstein bearbeitet, der mittels Schiff und Karren zur Baustelle gebracht wurde. Die Werkstücke wurden mit Meßlatte, Reißnagel, Steckzirkel und Winkel vermessen. Für die mehrfache Herstellung gleicher Teile fanden hölzerne Schablonen Verwendung. Seit dem 3. Jahrhundert vor Christus wurden die Steinblöcke mit dem Flaschenzug gehoben. Später kamen einfache Kräne in Gebrauch, die durch Seilwinden und Treträder angetrieben wurden.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer