Taxeneinnehmer

Historische Berufe

Zollamt Ebersdorf Lithographie von E. Lux
Im alten Ägypten, in Griechenland und Rom bestand im Altertum ein Steuersystem. Staatliche Bedürfnisse wurden aus Erträgen verlehnter Ländereien und Dienstleistungen der Vasallen bestritten. Im Deutschen Reich wurden Steuern nur zu außergewöhnlichen Anlässen erhoben: Zum Beispiel während der Türkenkriege 1663 bis 1699 die »Türkensteuer«. Anfangs war nur die »Grund-« und »Kopfsteuer« üblich, im 14. Jahrhundert wurden »Verbrauchs-« und »Umsatzsteuer« eingeführt.

Die Abgaben in Form von Naturalien wurden von Kellnern (auch Amtsschösser oder Schaffner) erhoben. Die Verwaltung lag in den Händen des Schlüter (Rentmeister). In den Städten hat der Stadtrechner (Kämmerer) Steuern erhoben. Eingeführte Waren wurden zum Schutz der Kaufleute bei den Zöllnern am Stadttor versteuert. (Zöllner auch Aufschläger, Mautner, Mitter, Mötter genannt).

Als direkte Steuer war die »Schatzung« die wichtigste Einnahme. Nach ihr wurden die Vermögensverhältnisse der »Zensiten« (Steuerpflichtiger) festgelegt. Seit dem 18. Jahrhundert war der Haushaltsvorstand zur Zahlung verpflichtet. Abgaben zur Landesverteidigung, die so genannte »Bede« wurde dagegen bittweise erhoben. Der »Zehnte« war als Besitzwechselsteuer im Falle des Wegzuges aus der Herrschaft zu entrichten und betrug 10% vom gesamten Vermögen. Die Stadt erhielt davon ein Drittel. Das »Manumissionsgeld« mußte für die Entlassung aus der Leibeigenschaft gezahlt werden. Gewöhnlich erhielt die Stadtkasse 20% des Betrages.

Das »Marktstandgeld« wurde zwischen Kommune und Landesherren geteilt. Der Marktbetrieb, besonders die Einhaltung von Maß und Gewicht, wurde durch den Eichmeister streng überwacht. Die Kassen der Herrscher und Städte wurden durch viele Abgaben gefüllt: Der Bürger hatte für die Benutzung der Backhäuser und Mühlen zu bezahlen, auch mußte die städtische Waage benutzt und »Wiegegeld« entrichtet werden. Dazu kamen das »Beerdigungsleutegeld«, der Konsum von Wein wurde mit dem »Ohmgeld« belegt, sowie Gebühren für die Benutzung der Wege und Plätze. Auch wurden Steuern auf Fleisch, Korn, Öfen und Salz erhoben.

Der Bauer hatte zusätzlich Frohnarbeiten zu leisten. Naturalabgaben waren dem Kellner in der Zehntscheune zu bringen, die Übergabe von Geld erfolgte an den Rentmeister.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer