Uhrmacher

Historische Berufe

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Auch Auer Auermacher Horologiarius Orglockner Ormeister Seigermacher Seyermaker Urleinmacher Zitgloggener.

Sonnenuhr Verona
Verona
Sonnen- und Sanduhren zur Messung der Zeit sind seit dem Altertum bekannt. Ausschließlich in den Klöstern erfolgte der Betrieb von Wasseruhren, bis um das Jahr 1300 nach Christus deren Verdrängung durch mechanischen Räderuhrwerke einsetzte.

Zeitgleich begann die Spezialisierung qualifizierter Handwerker, die sich nunmehr einzig der Herstellung von Uhren widmeten. Ihre dafür nötigen Erfahrungen konnten sie zum großen Teil in den Reihen der Glockengiesser, Goldschmiede und Orgelbauer gewinnen.

Greifswald Rathaus
Greifswald
(Rathaus)
Im 14. Jahrhundert kamen große Räderuhren auf, und aus Italien setzte sich der automatische Stundenschlag durch. Diese Uhren waren in Kirchtürmen und städtischen Gebäuden zu finden. Als Hemmung dienten »Foliot« oder »Waag« (Balkenunruhe) mit Spindel, die in das Steigrad eingriff. Dieser Uhrentyp fand auch bei kleineren Uhren, Glockenspielen und Figurenautomaten Verwendung.

Bei der Federzuguhr wurde zur Egalisierung des Drehmomentes bei abnehmender Federspannung die »Schnecke« eingesetzt. Das »Nürnberger Ei« als transportable Taschenuhr wurde seit 1610 gefertigt. Die Gangdauer betrug etwa 40 Stunden.

Pendeluhr
Pendeluhr
Hamburg Sankt Michaelis
Hamburg
(St. Michaelis)
1657 wurde durch Christian Huygens das Pendel als Gangregler für Standuhren eingeführt. Von ihm stammt auch 1675 die »Federuhr« mit Unruhe. Seit 1759 finden wir die »freie Ankerhemmung«, unser Kurzfilm beschreibt die im 18. Jahrhundert von Georges Graham entwickelte Methode zur Justierung der Genauigkeit einer Uhr. 1840 kam der »Kronenaufzug« in Gebrauch.

Uhrmacher werden bereits 1341 in Magdeburg und Stralsund erwähnt. Neben den ortsansässigen Zunftmitgliedern gab es wenige zunftlose Spezialisten, die von Stadt zu Stadt zogen.

Wieck Bugenhagen-Kirche
Wieck
Seit dem 15. Jahrhundert wurde zwischen Großuhrmachern und Kleinuhrmachern unterschieden. Die Kleinuhrmacher fertigten Tisch- und Reiseuhren, die auf Vorrat hergestellt und direkt verkauft wurden.

Im 16. Jahrhundert kam die am Körper zu tragende Halsuhr in Mode, und im 17. Jahrhundert gründeten die städtischen Kleinuhrmacher eigene Zünfte.

Die Lehrzeit betrug 4 bis 6 Jahre, wobei die Lehrjungen das teure Werkzeug auf eigene Kosten anschaffen und ein hohes Lehrgeld zahlen mußten. Lehrlinge und Gesellen wohnten im Haus des Meisters, und die Gesellen erhielten einen relativ hohen Lohn.
Stralsund Marienkirche
Stralsund
(St. Marien)

In England und der Schweiz wurden Uhren in Heimarbeit und Manufakturen in großer Stückzahl hergestellt. Diese Uhren kamen auch auf den deutschen Markt. So war das städtische Handwerk seit etwa 1830 nur noch mit Reparaturen und Kleinhandel beschäftigt.

1824 wurde in Genf eine Uhrmacherschule geründet. In der Schweiz betrug die Lehrzeit 2 Jahre und 6 Monate. Auch das Königreich Sachsen gründete 1878 mit den beteiligten Firmen 1878 eine Uhrmacherschule in Glashütte. Dort mußte eine 4jährige Ausbildung absolviert werden.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer