Waagenbauer Gewichtemacher

Historische Berufe

Balkenwaage um 1850, max. 5 kg
Diese Handwerker haben Eisen, Kupfer und Messing verarbeitet und waren in der Zunft der Schmiede organisiert. Ihre Balkenwaagen und Gewichte benötigte der Apotheker und Krämer.

Gebräuchliche Gewichte waren:

Gewicht 1 kg
Das Pfund = 467,6 bis 561,9 Gramm (regional unterschiedlich).
1 Pfund = 32 Loth = 128 Quintlein.

Das Loth = 1/32 Pfund bis 1/30 Pfund (regional verschieden).
1 Loth = 4 Quintlein.

Das Quintlein oder Quentchen = 1/128 Pfund = 1/4 Loth.

Die Unze = 30 Gramm, ein Apothekergewicht.

Die Gewichte wurden vom Gewichtemacher so lange gefeilt, bearbeitet und mit dem geeichten »Urgewicht« verglichen, bis genaue Übereinstimmung erreicht war. Der Meister bürgte mit einem Prägestempel, der sogenannten Eichmarke, für die Richtigkeit des Gewichtes.

Eichmeister prüften ständig die Gewichte auf den städtischen Märkten. Manipulationen der Krämer wurden streng bestraft, und die gefälschten Gewichte eingezogen. Der Eicher war auch für die städtische Waage zuständig, auf der Waren größeren Gewichtes gegen Wiegegeld gewogen und versteuert wurden. Auch gehörte die Überprüfung der Fest- und Hohlmaße für Getreide und Getränke zu seinen Aufgaben.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer