Wagner

Historische Berufe

Hauszeichen Stralsund um 1880
Auch Esser Nabenschmied Rademacher Scharmacher Schirrmacher Stellmacher Wagenbauer Wehener.

Wagner haben Wagen, Karren, Kutschen und Räder hergestellt. Der Stellmacher mußte eine offene Kalesche herstellen, beim Rademacher waren als Meisterstück 2 Vorder- und Hinterräder gefordert. Die Lehrzeit dauerte 2 Jahre, und die Gesellen waren 5 Jahre auf Wanderschaft.

Auf dem Land tätige Handwerker haben auch Eggen, Pflüge und andere Geräte für die Landwirtschaft hergestellt. Im Mittelalter gehörten Karren und kleinere Wagen zum Straßenbild der Städte. Auf dem Land blieben Pferde bis zum 12. Jahrhundert die wichtigsten Transportmittel. Reiten galt vornehmer als Fahren, und so kamen erst nach 1500 einzelne Kutschen auf.

hölzernes Wagenrad um 1800
Beile, Sägen, Nabenbohrer, Holzhämmer und Beitel, Hobel und Ziehmesser, Felgenmesser, Zirkel und Stellmacherschlüssel waren wichtige Werkzeuge des Wagner's. Haltevorrichtungen wie Radstock, Dreh- und Felgenbank standen in der Werkstatt, Auf dem Bock wurden die Eisenreifen über die hölzernen Felgen gezogen. Einzelteile wurden mit Hilfe vieler Schablonen hergestellt. Speichen und Wagengestelle wurden aus Eichen-, Eschen- und Ulmenholz gefertigt. Für die Wagenkästen wurde Buchenholz bevorzugt.

Vom Schlosser kamen Scharniere, Bänder, Schlösser und das Hemmzeug (Bremsen). Sattler fertigten Sitze, Lehnen und Riemenzeug. Die Glaser lieferten Fensterscheiben und die Maler führten alle Lackierarbeiten aus. Die Koordination aller Arbeiten lag bei den Sattlern, die sich seit dem 18. Jahrhundert den Kutschenhandel sicherten.

Stets waren die Wagner mehr mit Reparaturen als Neubauten beschäftigt. Im 19. Jahrhundert begann der Einsatz von Eisen und Stahl im Wagenbau, und es wurden industrieell gefertigte Landmaschinen vertrieben. Das Automobil verdrängte die Kutschen, und mit dem gummibereiften Ackerwagen fand das Stellmacherhandwerk sein Ende.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer