Weber

Historische Berufe

Weber
Weber wurden nach dem von ihnen hergestellten Produkt bezeichnet:

Barchentweber (Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle), Bettziechenweber Bürenweber Züchner (Bettlaken), Brokatmacher (Seidenweber), Caffamacher (Samtweber), Dickenweber (besondere Tuchart), Dirredeier (Tirtei besteht zu gleichen Teilen aus Hanf und Wolle), Dreyerweber (besonderes Tuch), Drillichweber (Leinenart), Giganweber (Schürzen), Kalamanymacher Kammgarngewebe), Kirseymacher starker Wollmantelstoff), Kotzweber (grober Wollstoff), Leineweber Linner Linwetter (Leinen), Loder Lodweber Marner Stückweber (Loden), Nufeler (einfacher, grober Stoff), Ochsenweber (schweres Tuch), Parchner (Barchent), Roscher (Wolle, Rosch), Sargenweber Sergenweber (feine Wolle), Sayenmacher (Wollstoff aus Brügge), Seitzweber Zitzweber (Kattun = Zitz), Teppichweber (Teppich), Traubenweber (besonderes Tuch), Trippmacher (Leinen mit Wollflor), Viererweber (besonderes Tuch), Wobber (graues Wolltuch), Wandmacher Wollenweber Grautucher (Wollstoffe), Zachweber Zauer Zöwerer (Tuch und Zeug), Zwillichmacher Zwirner (Garn).

Spinnrad um 1750
Bereits 1099 werden Weber in Mainz erwähnt, 1307 finden wir sie in Breslau als Zunft. Leineweberei blieb ein ländliches Gewerbe, und die Woll- und Tuchweberei entwickelte sich zu einem städtischen Handwerk. Die Lehrzeit betrug 2 bis 4 Jahre, und es bestand eine Wanderpflicht von 1 bis 2 Jahren für die Gesellen. Ein Meisterstück wurde erst ab 1555 in Augsburg verlangt, in Straßburg ab 1627 und in Bremen erst ab 1704.

Um 1500 wurde Hanf nur noch für Säcke und grobes Zeug verwendet. Flachs wurde vom Bauer angebaut, die Aufbereitung und das Verspinnen war in der Regel Frauenarbeit, wobei meist im Winter gewebt wurde. Städtische Weber kauften ihre Rohstoffe auf dem Flachsmarkt, Garn wurde vom Kauderer bezogen.

Schafswolle wurde gesäubert, gebrüht und gleichmäßig mit Fett durchfeuchtet. Dann erfolgte das Kämmen mit dem »Krämpel« als Vorbereitung zum Spinnen. Dann erst begann die Arbeit des Webers mit dem Zurichten und Scheren der Kette. Die gewebten Tuche wurden in warmem Wasser gewalkt, um das Gewebe zu verfilzen und eine höhere Festigkeit zu erzielen. Bessere Tuche kamen zum Tuchscherer zum Appretieren, oder wurden vom Bleicher bearbeitet.

Im 19. Jahrhundert fand Maschinengarn Verwendung, und die Preise verfielen. Die Weberei wurde durch Kaufleute als Lohnarbeit organisiert. Der Flachsanbau wurde bis 1900 eingestellt, und einfache Handwebstühle durch die Industrieproduktion ersetzt.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer