Wundarzt

Historische Berufe

Zunftzeichen
Mit der preußischen Medizinalordnung von 1825 wurden die Wundärzte in 2 Klassen eingeteilt:

Wundärzte II. Klasse

Diese Hilfsärzte mußte Tertiareife erlangt und eine dreijährige Lehrzeit bei einem Barbier absolviert haben.

Nach einem chirurgischen Kurs und Prüfung vor dem Medizinalkollegium der Provinz erfolgte die Approbation. Anschließend waren Aderlaß und Wundversorgung, die sogenannte kleine Chirurgie, ihr Metier. Komplizierte Eingriffe dagegen waren ihnen untersagt. Später ging diese Gruppe in die der Heildiener, und 1939 in die der Heilpraktiker durch Gesetz über.

Wundärzte I. Klasse

Neben der Sekundarreife war ein dreijähriges Studium vorgeschrieben. Absolventen einer zweijährigen chirurgischen Lehrzeit konnten das Examen nach zweijährigem Studium ablegen. Die Tätigkeit der Wundärzte war auf die chirurgische Praxis beschränkt. Durch zusätzliche Ausbildung war die Qualifikation zum Geburtshelfer möglich.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer