Ziegler

Historische Berufe

Kütertor (Stralsund)
Auch Pfannenbäcker Tegeler Ziegelbrenner.

Die mit Stroh oder Schindeln gedeckten Holz- und Fachwerkhäuser der mittelalterlichen Städte waren sehr feueranfällig. So begann im 15. Jahrhundert der Einsatz von Backsteinen und Dachziegeln.

Der Ziegler war durch seine Arbeit mit dem Töpfer verwandt: Lehm wurde in eine hölzerne Kastenform gedrückt, der ausgeformte »Kuchen« oder »Rohling« wurde im »Hagen« abgelegt, war von oben durch ein Strohdach geschützt, und für die Trocknung verblieb zwischen den Steinen genügend Raum zur Luftzirkulation. Auch der Dachziegelformer konnte seine Arbeit mit einfachen Geräten erledigen: Formtisch, Bock in Ziegelform und Kelle zur Aufnahme der Tonmasse. Die Rohziegel wurden an der Luft getrocknet, und vom Dachdecker auf die Dächer gebracht.

Ziegler übten ihren Beruf meist als Wanderarbeiter aus, und stellten Backsteine in der Nähe einer Lehmgrube im Feldbrandverfahren her. Dabei wurden die vorgetrockneten Lehmkuchen nach einem Bauplan gestapelt. Die ausgelassenen Kanäle wurden mit Kohle gefüllt. Das Feuer fraß sich im Laufe mehrerer Tage von unten nach oben durch diesen Feldbrandofen. Steine aus der Mitte oder vom Rand des Ofens waren abhängig von ihrer Lage unterschiedlich hart gebrannt. Deshalb wurden sie vom Maurer unterschiedlich verbaut: Harte Steine für die Außenhaut, weiche und luftgetrocknete »Sonnenbäcker« für das innere Mauerwerk. Im 19. Jahrhundert wurden die Feldbrandöfen durch gemauerte Ringöfen mit ovalem Grundriß abgelöst.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer