Zimmerleute

Historische Berufe

Fachwerk (Magdeburg)
Auch Carpe Mühlarzt Schopper (Schiffszimmermann) Zimmermann.

Häuser aus Fachwerk wurden bis zum 18. Jahrhundert von Zimmerleuten errichtet. Der Bau von Mühlen und deren Reparatur (Mühlarzt), der Ausbau von Stollen im Bergbau, und als spezielle Bereiche die Schiffszimmerei sowie der Bau hölzerner Brücken gehörten ebenfalls zur Arbeit des Zimmermannes.

Beim Hausbau wurde der Dachstuhl auf das hölzerne Ständerwerk aufgesetzt. Das Geflecht zwischen den Gefachen wurde vom Kleiber mit Lehm oder gehäckseltem Stroh bestrichen. Die Baumstämme wurden auf der Baustelle mit Äxten und Beilen bearbeitet. Aus dem runden Querschnitt wurde ein rechteckiger. Bundbalken, Dachsparren und Schwellen entstanden durch Hauen und Sägen. Die Einhaltung der Maße wurde mittels Zirkel und Bandmaß kontrolliert.

Dachstuhl (Greifswald St. Nikolai)
Ohne die Beschäftigung von Lehrlingen und Gesellen war die schwere Arbeit nicht ausführbar. Die Größe der Betriebe war meist begrenzt. In Nürnberg durften ab 1535 nur 2 Lehrjungen ausgebildet und 10 Gesellen beschäftigt werden. Im 18. Jahrhundert wurden 25 bis 30 Gesellen angestellt, von denen nur sehr wenige das Meisterrecht erwerben durften. Das Eintrittsalter war wegen der schweren Arbeit deutlich höher als bei anderen Handwerken. Die Lehre dauerte 2 bis 3 Jahre, die Wanderschaft zur Erlangung des Meistertitels unerläßlich.

Arbeitszeit und Einkommen verhalten sich wie beim Maurer. Durch den zunehmenden Steinbau begann dieser Beruf im 17. Jahrhundert auszusterben. Mit dem Einsatz neuer Baustoffe wie Stahl und Beton verringerte sich das Arbeitsaufkommen nach 1900 deutlich.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer