Hofdekrete

Kaiser Joseph II

Archivalien
Das Patent vom 21. Juni 1767 war die folgenreichste Bestimmung für die Entwicklung der Bauernhöfe:

»Da die Zertheilung der größeren Bauernhöfe  … so wesentlich ist,  … stehet nicht nur den Unterthanen frei, ihre großen Bauerngüter oder Steuerhöfe zu zerstückeln, sondern es haben auch die Kreisämter sowohl die Obrigkeiten die Unterthanen zu dieser Vertheilung bestmöglich anzueifern.«

»Damit bei der Zerstückelung nicht all zu kleine Besitzungen entstehen, auf welcher keiner der Besitzer sich mehr ernähren könnte, muß bei der Zertheilung großer Höfe immer Bedacht genommen werden, daß eine jede derlei Abtheilung niemals weniger als 40 Metzen (heute knapp 1 Hektar) enthalten darf, da es ausgemacht ist, daß von einer geringeren Besitzung eine Familie unmöglich leben kann.«

Auf Grund dieser Bestimmungen wurden die Höfe bei der Übergabe an die nächste Generation geteilt. Dies ereignete sich beispielsweise im Kreis Böhmisch Leipa, wo besonders in den Jahren von 1785 bis 1830 nicht nur die Höfe, sondern auch die Grundlasten geteilt wurden. Die neuen Besitzer wurden sodann unter der Bezeichnung »Halbbauern« geführt. Eine weitere Voraussetzung für diese Entwicklung war die Steigerung der Agrarproduktion durch den Anbau der Kartoffeln ebenso wie Rotklee für die Stallfütterung.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer