| Magschaft — Historische FamilienForschung |
Land aus 3 Ländern
Kurzer Abriß der Geschichte BöhmensWie immer man sie nennen mag: Die Sudetenländer, die Böhmischen Länder, die Kronländer - seit 1000 Jahren gehören sie zusammen. Sie bilden ein Land aus drei Ländern.
Die unterschiedlichen Namen weisen auf die unterschiedliche Herkunft hin: Böhmen
ist benannt nach den keltischen Bojern. Diese Stammesbezeichnung haben die Germanen für
das Land übernommen. Aus »Baihaim« oder »Beham« wurde die heutige Sprachform.Für die Tschechen bezeichnete der Name Tschechy Land und Volk. So ist vieles, was Böhmen und böhmisch heißt und ist, noch lange nicht gleich tschechisch. Schon im 16. Jahrhundert nannten sich die Deutschen Deutschböhmen - zur Unterscheidung von den Tschechen. Diese Bezeichnung taucht erstmals als »Germanicobohemus« in Böhmisch Leipa auf, wo der humanistische Arzt und Dichter Georg Handsch wirkte.
Der Name für das Land Mähren entstammt dem keltischen Namen für den Fluß »March«.
Wir finden ihn im Lateinischen als »Moravia«.Im Deutschen, Tschechischen und Polnischen ist Schlesien eine Ableitung vom germanischen »Silingen«. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand in Anlehnung an »Alpendeutsche« oder »Karpatendeutsche« die Sammel- und Schicksalsbezeichnung Sudetendeutsche. Auf Anregung des Wanderlehrers Franz Jesser setzte sich dieser Begriff als Ersatz für das umständliche »Die Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien« durch. Sudetenland hat nur zweimal für kurze Zeit staatspolitisch eine Rolle gespielt: Im November 1918 als selbstgewählte Benennung der Provinz, die zu Deutsch-Österreich wollte, und 1938 bis 1945 als Name für den Gau des Deutschen Reiches. Heute wird »sudetendeutsch« und »Sudetenland« sinnvoll und zweckmäßig an Stelle langer Umschreibungen für die Heimat unserer Ahnen verwendet. Das Land ist geblieben, aber der Vergleich alter und neuer Landkarten zeigt das Verschwinden vieler Ortschaften, ganze Siedlungen sind vernichtet. Die Denkmäler der Vergangenheit sprechen für sich, wenn wir ihnen mit offenen Augen entgegentreten. Sichtbar werden auch die Leistungen von Künstlern und Architekten, vorwiegend aus den deutschen Kulturlandschaften, aus Italien und Frankreich. |
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