| Magschaft — Historische FamilienForschung |
Aufzeichnungen über den Personenstand
Matriken wurden schon in den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche geführt.
Aber erst 1547 durch das Konzil von Trient und 1614 durch das Rituale Romanum wurde die
Führung der Tauf-, Heirats- und Sterbematriken den
Pfarrern zur strengen Pflicht gemacht.In der Prager Erzdiözese wurde in den Synoden vom Jahre 1605 und 1873 die Führung der Matriken genauer geregelt. Die meisten dieser bis in das zweite Quartal des 16. Jahrhundert zurück reichenden Matriken haben die Bergstädte im Erzgebirge, im Kaiserwald (Tepler Hochland) und in einigen Pfarreien des Egerlandes aufzuweisen. Sankt Joachimsthal: Heiratsmatriken von 1531. Platten: Taufen und Sterbematriken von 1541. Von den Pfarreien im Tepler Stift sind die ältesten Bücher aus dem Jahre 1594 erhalten. Nur wenige Matriken im westlichen Böhmen beginnen vor 1600, die meisten kurz nach Ende des 30jährigen Krieges 1645.
Da dies hauptsächlich ein Religionskrieg war (der »neue«
Protestantismus gegen den »alten« Katholizismus), wurden die Einwohner vor die Wahl
gestellt, zum alten Glauben zurückzukehren oder auszuwandern. Viele Matriken gingen durch
Brände verloren, wurden durch protestantische Pastoren im Zuge der Gegenreformation und
schwedische Truppen fortgeschleppt.
Nach den Verlusten des 30-jährigen Krieges folgten die Türkenkriege 1663-1699. Weite Landstriche wurden verwüstet, und auch die Napoleonischen Kriege hatten zwischen 1797 und 1809 große Wanderungen sowie die Vernichtung vieler Aufzeichnungen zur Folge. Kaiser Josef II ließ 1783 grundlegende Änderungen in der österreichischen Matrikenaufzeichnung durchführen: 700 Klöster wurden aufgelassen. Die freie Wahl der Religion wurde Gesetz. Viele neue Pfarren wurden gegründet. Alle Matriken wurden Staatseigentum, das heißt, daß die Führung der Aufzeichnungen für den Staat durch die Kirche zu erfolgen hatte. Standesämter, die in Österreich und der Tschechoslowakei bis 1938 unbekannt waren, wurden erst nach dem Anschluß an das Deutsche Reich eingerichtet und nach 1945 beibehalten. Auszüge
ForschungDurch das deutsche Reichssippenamt wurden von 1938 bis 1944 in begrenztem Umfang Kirchenbücher, auch für Böhmen und Mähren, verfilmt. Ein großer Teil der Matriken für Nordböhmen wird heute im
Gebietsarchiv Leitmeritz aufbewahrt. Freundliche Mitarbeiter erteilen kompetente Auskünfte (auch in deutscher Sprache). Vor
einem Besuch sollte ein Termin vereinbart werden. Für die Vorlage der Archivalien werden
moderate Gebühren erhoben.
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